Ein Lichtkonzept entsteht beim Badumbau, solange die Wände offen sind. Dann setzen wir Unterputzdosen, ziehen Leerrohre und getrennte Stromkreise und bereiten die Profile für LED-Bänder vor. Gedacht ist das für Bäder, die ohnehin saniert werden. Für alle vier Ebenen rechnen Sie meist mit 2.000 bis 4.000 Euro; den Festpreis nennen wir nach dem kostenlosen Ersttermin.
Im sanierten Leipziger Gründerzeithaus stammt das Bad meist aus den 1990er Jahren und misst 3 bis 5 m². Licht gibt dort in der Regel eine einzige Deckenleuchte in der Raummitte. Sie kennt nur an oder aus. Morgens reicht sie für den Spiegel nicht, abends ist sie über der Wanne zu hart, und am Waschtisch steht man sich im Licht. Das liegt an der Position, nicht an der Lampe.
Vier Ebenen teilen sich diese Arbeit; jede hat einen eigenen Zweck und einen eigenen Schaltweg. Im Budget einer Sanierung fällt das kaum ins Gewicht, im Alltag umso mehr: Mit dem richtigen Licht wird aus dem Raum fürs Zähneputzen am Abend ein Wohlfühlbad.
Diese Seite beschreibt die Planung vor dem ersten Abbruch: die Auswahl der Ebenen, ihr Zusammenspiel und die Verteilung auf die Schalter. Leuchtentypen, Lichtstrom in Lumen und die Schutzart, die je nach Abstand zu Wanne und Dusche gilt, behandelt der Ratgeber Badbeleuchtung.
Ebene 1: Grundlicht für den ganzen Raum
Das Grundlicht bringt den Raum auf rund 200 Lux; Lux misst, wie viel Licht auf einer Fläche ankommt. Ein Bad von 6 bis 8 m² braucht dafür 1.500 bis 2.000 Lumen. Die liefern wir über vier bis sechs Einbauleuchten oder eine flächige Deckenleuchte; eine einzelne Lampe in der Raummitte brächte den Schatten am Waschtisch zurück. Warmweiß mit 2.700 Kelvin passt hier gut.
Ebene 2: Licht am Spiegel
Am Spiegel prüfen Sie Hautton, Rasur und Make-up, also braucht es genaues Licht. Bewährt haben sich zwei Leuchten seitlich am Spiegel, deren Mitte 160 bis 170 Zentimeter über dem fertigen Boden liegt; zwischen ihnen bleiben 60 bis 90 Zentimeter, und jede gibt hinter mattem Glas 400 bis 700 Lumen ab. Das ergibt rund 500 Lux im Gesicht, ohne Schatten unter Augen und Kinn. Mehr dazu unter Licht im Bad.
Ebene 3: Akzente in Nische und Kante
Diese Ebene gibt dem Bad seine Ruhe. Eine Nische in der Vorwand misst meist 30 mal 60 Zentimeter; bei 12,5 Zentimetern Vorwandstärke bleiben rund 10 Zentimeter Tiefe. Hinter der vorderen Kante liegt ein LED-Band mit 24 Volt in einem Aluprofil, dessen Blende die einzelnen Leuchtpunkte verdeckt. In der Dusche braucht es Schutzart IP65, damit Strahlwasser nicht eindringt.
Am Abend kann diese Ebene das Bad allein beleuchten. Ihr warmer Schein zeichnet einen Streifen auf die Fliesen, glänzt auf dem Badewasser und nimmt dem Raum alle Härte. Auch hinter der Spiegelkante, in einem Regalfach oder unter der Wannenschürze lässt sich so ein Band setzen. Für ein Erlebnisbad leistet es oft mehr als jede aufwendige Armatur.
Ein Punkt, den wir früh ansprechen: Trifft Licht sehr flach auf eine Wand, entsteht Streiflicht, und jede Unebenheit wirft einen kleinen Schatten. Glatte Spachtelflächen vertragen das gut. Auf einer Fliesenwand mit leichtem Versatz zwischen den Platten tritt dagegen jede Kante hervor. Wo eine Lichtlinie geplant ist, reden wir deshalb über fugenlose Bäder oder eine besonders sorgfältige Verlegung.
Ebene 4: Orientierung bei Nacht
Für die Nacht reicht eine dünne Lichtlinie in der Sockelkante oder unter dem Waschtischunterschrank: 10 bis 30 Zentimeter über dem Boden, 20 bis 40 Lumen, sehr warm mit 2.200 bis 2.700 Kelvin. Sie geht über einen Bewegungsmelder an und nach ein bis drei Minuten wieder aus. Das reicht für den Weg zum WC. Im barrierefreien Bad zählt diese Ebene zu den Sicherheitsbausteinen.

