Nach dem Umbau gehen Sie morgens ebenerdig unter die Brause, ohne ein Bein über eine Kante zu heben. Dafür brauchen wir drei bis fünf Arbeitstage, danach müssen nur noch Fugen und Silikon aushärten. Der rund 40 Zentimeter hohe Wannenrand fällt weg und mit ihm der nasse Vorhang an den Beinen. Die Fliesen laufen ohne Absatz durch, eine Glasscheibe hält das Spritzwasser zurück. Ein Bad von 4 Quadratmetern wirkt danach spürbar größer.
Gebaut wird nur in einer Ecke, und doch beginnt danach jeder Tag anders. Zum Baden nutzen die meisten Haushalte ihre Wanne kaum noch; im Alltag ist sie eine Dusche mit hohem Einstieg, die viel Fläche belegt. Zugleich gehört der Wannenrand zu den häufigsten Sturzstellen der Wohnung, sobald nasse Füße auf dem glatten Wannenboden Halt suchen. Das gilt in jedem Alter.
Zu- und Abwasser sind bereits angeschlossen, Waschtisch und WC bleiben unberührt. Deshalb kostet der Tausch nur einen Bruchteil eines neuen Bades, und in vielen Leipziger Wohnungen bringt kein anderer Eingriff so viel für so wenig Aufwand. Am deutlichsten wird das in der Gartenvorstadt Marienbrunn von 1912/13: Dort sitzt das Bad meist in einer früheren Kammer von 2,5 bis 4 Quadratmetern, und die Wanne nimmt einen großen Teil davon ein. Wie wir dort umbauen, zeigt die Seite zu Marienbrunn.



