Im Eigenheim der neunziger Jahre erneuern wir in Lindenthal meist zwei Räume: das Bad im Obergeschoss mit sechs bis zehn Quadratmetern und Fenster, dazu das Gäste-WC im Erdgeschoss. Beim ersten Termin sehen wir beide an, auch wenn das WC erst ein Jahr später an der Reihe ist.
Lindenthal gehört seit dem 1. Januar 1999 zu Leipzig. Zu DDR-Zeiten lebten hier rund 1.200 Menschen, im Jahr 2000 schon 5.874 und Ende 2025 dann 6.873. Getragen haben diesen Sprung Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser, die seit den neunziger Jahren gebaut wurden. Auf 1.584 Wohngebäude kommen 3.757 Wohnungen, im Schnitt 2,4 je Haus, und die Eigentumsquote lag 2023 bei 47 Prozent. Wer hier ein Bad saniert, entscheidet meist selbst.
Eine Erhaltungssatzung ist für Lindenthal nicht bekannt, weder eine soziale noch eine städtebauliche. Genehmigungsfragen stellen sich vor allem in den Dorfkernen, an der Lindenthaler Hauptstraße mit der Gustav-Adolf-Kirche von 1720/21 und in Breitenfeld rund um das Herrenhaus von 1893. Sachsen weist keine Ensembles aus, jedes Kulturdenkmal steht einzeln in der Liste. Ob Ihr Haus dazugehört, zeigt die Denkmalkarte Sachsen; verbindlich entscheidet das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege nach dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz. Wir fragen dort vor dem Angebot an.
Anders gebaut ist die Eisenbahnersiedlung, die zwischen 1907 und 1934 für Beamte des Güterbahnhofs Wahren entstand, etwa an der Pitschkestraße und der Rosestraße. Drei- bis viergeschossige Putzbauten ohne Aufzug, Holzbalkendecken, kleine Bäder, die teils erst nachträglich eingebaut wurden. Die Siedlung steht als Sachgesamtheit unter Denkmalschutz. Ein Bad der neunziger Jahre ist selten selbst Schutzgut, eine Stuckdecke, durch die neue Leitungen sollen, kann es dagegen sein.
Dazu kommen die Eigenheime der DDR-Zeit in der Triftsiedlung und im Gebiet Drei Kugeln. Das Bad liegt dort oft innen neben der Küche, auf vier bis fünf Quadratmetern, das Abwasser läuft durch Gussrohr. Viele dieser Bäder wurden in den Neunzigern einmal erneuert und sind jetzt wieder an der Reihe. In den Dorfkernen schließlich stehen Lehm- und Fachwerkhäuser, deren Bad meist nachträglich eingebaut wurde.

