Siedlungshäuser der Zwischenkriegszeit sind schlicht gebaut, und das erleichtert die Planung. Wasser und Abwasser kommen aus der Küche im Erdgeschoss herauf, und dieser Strang legt fest, wo das WC im Bad stehen kann. Rückt es nah an den Strang, ist die Sache einfach. Soll es weiter wandern, braucht jeder Meter Abwasserleitung rund einen Zentimeter Gefälle, und dieses Gefälle kostet Aufbauhöhe im Boden.
Wo nie erneuert wurde, stecken in Wand und Keller oft noch Rohre aus der Bauzeit. Verzinkter Stahl wächst über die Jahrzehnte von innen zu; Sie merken es, wenn der Strahl nachlässt, sobald unten jemand den Hahn aufdreht. Blei ist ein eigener Prüfpunkt: Nach der Trinkwasserverordnung mussten Bleileitungen bis Anfang 2026 ausgetauscht oder stillgelegt sein, und Anfang 2028 sinkt der Grenzwert auf 0,005 Milligramm je Liter (Stand Oktober 2026). Liegt die Wand ohnehin frei, tauschen wir alle Leitungen bis zum Strang aus.
Der Boden ist der heikelste Punkt. Auf einer Holzbalkendecke lässt sich eine bodengleiche Dusche nicht einfach in den Estrich senken, denn ein extraflacher Ablauf mit waagerechtem Abgang braucht 65 bis 90 Millimeter Einbauhöhe. Diese Höhe findet sich zwischen den Balken oder in einem neuen Aufbau darüber, aber nie, indem ein tragender Balken geschwächt wird. Eine Dusche ohne Stufe sagen wir deshalb erst zu, wenn wir Balkenlage und Bodenaufbau kennen.
Mit Fenster lüften Sie das Bad im Siedlungshaus selbst; im Winter, wenn das Fenster lieber zu bleibt, hilft ein kleiner Ventilator mit Feuchtefühler. In der Platte zieht die Abluft dagegen über einen Sammelschacht, und ein innenliegendes Bad braucht nach DIN 18017-3 rund 60 Kubikmeter Luft je Stunde. Was an Ihrem Schacht angeschlossen werden darf, klären wir mit dem Wohnungsunternehmen, bevor wir etwas einbauen.