Über hundert Jahre haben mehrere Betriebe an der Installation eines Gründerzeithauses
gearbeitet, zuletzt die Kolonnen der neunziger Jahre. Entsprechend laufen Zuleitungen mal
auf Putz, mal in Schlitzen, nicht selten beides in einem Raum. Für das Öffnen der Wand
setzen wir darum mehr Aufwand an als im Siedlungsbau, offen ausgewiesen im Angebot.
Am Strang selbst ändern wir meist nichts. Neu werden die Leitungen innerhalb Ihrer Wohnung,
von der Abzweigung an; Steigleitung und Fallrohr bleiben, solange sie dicht sind. Dafür
gibt es auch einen rechtlichen Grund: Beide Bauteile sind Gemeinschaftseigentum, über
Eingriffe daran beschließt die Eigentümergemeinschaft. Berührt Ihr Vorhaben den Strang,
erhalten Sie eine schriftliche, für die Verwaltung prüfbare Beschreibung, siehe
Bad in der Eigentumswohnung.
Auch die Adresse setzt Grenzen. Das Gründerzeitdreieck liegt im sozialen
Erhaltungsgebiet Eutritzsch, Ratsbeschluss vom 17. Juni 2020, rechtsverbindlich seit dem
5. Juli 2020, nach § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BauGB. Dort braucht jede Änderung einer
Wohnung eine erhaltungsrechtliche Genehmigung, auch wenn nach Sächsischer Bauordnung kein
Bauantrag nötig ist. Maßstab ist der Leipziger Wohn- und Ausstattungsstandard vom
17. September 2024: Ein Bad mit Grundausstattung, also WC, Waschbecken, Wanne oder Dusche
und Fliesen an Wand und Boden, gilt als zeitgemäß und wird regelmäßig genehmigt. Ein
zweites Bad oder WC in einer Dreiraumwohnung, Marmorfliesen und eine nicht erforderliche
Grundrissänderung gelten als darüber; Fußbodenheizung und Barrierefreiheit werden im
Einzelfall geprüft (Stand Oktober 2026).
Die Grenzen lassen sich genau benennen: im Westen die Delitzscher Straße mit der östlich
anschließenden Wohnbebauung, im Norden Wittenberger Straße und Heinickestraße, im Osten
Anhalter Straße mit Schiebestraße, im Süden die Theresienstraße bis zur Bahn; innen liegen
unter anderem Görlitzer, Gedike-, Kunad-, Magdalenen-, Salzmann- und Wilhelminenstraße,
26 Hektar mit rund 3.100 Wohnungen. Der Dorfkern an der Gräfestraße, das Umfeld des
Klinikums St. Georg und das Industriegebiet liegen außerhalb. Den Antrag stellt der
Eigentümer beim Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung im Technischen Rathaus, das Amt
entscheidet innerhalb eines Monats, und wer ohne Genehmigung baut, riskiert ein Bußgeld
bis 30.000 Euro nach § 213 BauGB. Wir schreiben das Angebot mit Einzelpositionen, sodass
es ohne Nacharbeit zum Antrag passt.
Eine Ausnahme gilt für den Strang: Stoßen wir beim Öffnen auf eine Trinkwasserleitung aus
Blei, wird sie ausgebaut. Laut Trinkwasserverordnung hatten Hauseigentümer solche
Leitungen bis Anfang 2026 auszutauschen oder stillzulegen, und Anfang 2028 sinkt der
Grenzwert auf 0,005 Milligramm je Liter. Sanierte Häuser haben kaum noch Blei, in
unsanierten Eutritzscher Hinterhäusern taucht es noch auf.
Den Fußboden bestimmt die Decke darunter. Auf einer Holzbalkendecke zählt jedes Kilo, und
die Abdichtung muss deren Bewegung mitmachen, ohne zu reißen. Darüber bleibt oft nur ein
dünner Aufbau, der trotzdem meistens genügt: Der Ablaufkörper eines flachen Punktablaufs
braucht 65 bis 90 Millimeter Einbauhöhe, ein Wandablauf weniger. Eng wird es erst mit
einer Bodenrinne, die 90 bis 120 Millimeter verlangt.
Zuletzt der Schall. Gusseiserne Fallrohre sind leise, ein später eingebautes
Kunststoffrohr ohne Dämmung dagegen hört man nebenan. In jeder neuen Vorwand bekommen die
Leitungen deshalb eine Dämmung. Die DIN 4109 erlaubt in fremden Aufenthaltsräumen
höchstens 30 Dezibel aus haustechnischen Anlagen.