Drei Ausgangslagen prägen die Bäder in Probstheida, und sie hängen alle am Baujahr des
Hauses.
Erstens das Eigenheim oder Reihenhaus an der Franzosenallee, gebaut zwischen 1995 und
2005. Im Obergeschoss liegt das Bad mit acht Quadratmetern: Eckwanne unter dem Fenster,
daneben eine gerahmte Duschkabine mit 80 mal 80 Zentimetern, das WC vor der Vorwand. Im
Erdgeschoss sitzt unter der Treppe ein Gäste-WC, dessen Tür fast an das Becken stößt.
Weil beide Räume an einem Strang hängen, kostet ein gemeinsamer Umbau weniger als zwei
getrennte Aufträge.
Zweitens die Wohnung in einem Bühring-Hof an der Crednerstraße, errichtet 1920 bis 1927,
zwei bis vier Geschosse rund um einen begrünten Hof. Das Bad hat drei bis vier
Quadratmeter und ein Hoffenster, die Wanne steht an der Schachtwand, Fliesen reichen bis
Brüstungshöhe. Die Anlage gehört der LWB und ist denkmalgeschützt; Fenster und Fassade
wurden erneuert, das Bad nicht. Oft genügt hier eine Badrenovierung, weil der Strang im
Schacht bleibt. Als Mieter brauchen Sie dafür die schriftliche Zustimmung des Vermieters.
Drittens die Nasszelle in der Langen Lene, einem Mittelgangbau von 1966 bis 1968: drei
bis vier Quadratmeter ohne Fenster, Wanne quer, WC an der Schachtwand, Abluft über den
Sammelschacht. Die Stränge wurden bei der Komplettsanierung 1998 bis 2000
erneuert, die Bäder stammen aus derselben Zeit. Hier geht es
fast immer um eine Dusche statt der Wanne, und bodengleich wird sie nur, wenn der
Deckenaufbau die Höhe hergibt.
Bei allen drei kann die Denkmalliste mitreden. In
Probstheida führt sie 104 Einträge, darunter die Lange Lene seit 1999, die Höfe an der
Crednerstraße und Mietshäuser an der Prager Straße. In Sachsen zählt jedes Objekt
einzeln, einen Ensembleschutz gibt es nicht, und nach dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz
braucht jede Veränderung an einem Kulturdenkmal eine Genehmigung, auch innen. Wir sehen
deshalb vor dem Angebot in der Denkmalkarte nach, wie Ihr Haus dort geführt ist.