Das Bad von 1996, ein zweites Mal
In den neunziger Jahren wurde Stötteritz fast Haus für Haus saniert. Wer bis Ende 1998 in den neuen Ländern modernisierte, profitierte vom Fördergebietsgesetz. In den Klinkerzeilen nördlich der Holzhäuser Straße stand deshalb Gerüst an Gerüst, im Villenviertel ebenso. Viele Gründerzeitwohnungen erhielten damals ihr erstes eigenes Bad, eingebaut in die frühere Kammer oder neben die Küche: drei bis fünf Quadratmeter, oft fensterlos, Duschtasse mit Kunststoffkabine, weiße Standardkeramik, Fliesen von 20 mal 25 Zentimetern.
Heute gelten Gründerzeithäuser und Villen in Stötteritz als nahezu durchsaniert, und genau darin liegt unsere Aufgabe. Kaputt ist an diesen Bädern selten etwas, verbraucht sind sie trotzdem: Abdichtung nach dem Stand von damals, Silikonfugen am Ende ihrer Zeit. Gebaut wird also kein erstes Bad, zurückgebaut wird ein bekanntes.
