Wer an der Johannishöhe oder in der Eigenheimstraße ein Siedlungs- oder Doppelhaus der zwanziger und dreißiger Jahre bewohnt, hat das Bad meist unter der Dachschräge, drei bis vier Quadratmeter groß. Die Wanne, 170 mal 70 Zentimeter, nimmt die lange Wand ein; dahinter sitzt das WC in der Ecke, das Becken hängt unter dem Fenster, die Rohre liegen offen auf dem Putz. Neue Objekte kamen über die Jahrzehnte, ein neuer Plan nie.
Das hat drei Folgen. Weil die Tür nach innen öffnet, braucht sie zum Aufschwingen rund 0,8 Quadratmeter, ein Fünftel der Fläche, die frei bleiben müssen. Den einzigen Wandabschnitt, der einen Hochschrank aufnehmen könnte, besetzt der Heizkörper. Und ab 1,50 Metern Höhe endet die Fliese; darüber folgt Ölfarbe, die im Spritzbereich der Wanne Blasen wirft.
An einigen Adressen kommt der Denkmalschutz dazu. Die Volkswohnungen von 1938 bis 1940 am Tannenhof, in der Cröberner Straße und am Kahlhoffweg und die Weinteichsiedlung an Magdeborner und Espenhainer Straße stehen als Sachgesamtheiten in der Denkmalliste, die für Dölitz-Dösen 151 Einträge zählt. Ein neues Badfenster oder ein Abluftgitter in der Fassade verändert dort das Erscheinungsbild. Das muss das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege nach dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz vorher genehmigen; das Bad selbst interessiert die Behörde selten.



