Mit der Grundsteinlegung am 1. Juni 1976 begann am westlichen Stadtrand, rund sechs Kilometer vom Zentrum, der Bau von Grünau; bis 1988 entstanden acht Wohnkomplexe. Daneben stehen die Gartensiedlung am Südrand aus den zwanziger Jahren und die alten Dorfkerne von Schönau und Lausen. Für das Bad ergeben sich daraus drei Ausgangslagen.
Die Sanitärzelle im WBS-70-Block
Die Masse des Bestands gehört zur Serie WBS 70 mit Fünf-, Sechs- und Elfgeschossern; daneben stehen noch fünf Punkthochhäuser mit sechzehn Etagen. Das Bad liegt innen, misst drei bis dreieinhalb Quadratmeter und grenzt an den Installationsschacht, durch den Abluft, Wasser und Abwasser laufen. Gemauert wurde es nicht. Die Sanitärzelle kam als fertiges Raummodul auf die Baustelle: Wände, Decke und Bodenwanne in einem Stück, der Ablauf bereits montiert. Die Küche hat meist ein Fenster, das Bad nicht. Um diese Zelle geht es hier vor allem.
Das Bad aus der ersten Sanierungsrunde
Der größte Teil der Grünauer Wohnungen ist inzwischen saniert, und viele Bäder stehen damit zum zweiten Mal an. Die erste Runde lief zwischen 1995 und 2010: neue Fliesen, ein erneuerter Strang, die Wanne blieb. Auf den ersten Blick wirkt so ein Bad gepflegt. Rechnen sollten Sie trotzdem mit einem alten Bad, denn die Abdichtung unter den Fliesen folgt dem Stand von damals, und die Silikonfugen haben ihre Lebensdauer meist hinter sich.
Das Haus in Grünau-Siedlung, Schönau und Lausen
Am Südrand liegt Grünau-Siedlung, eine Gartensiedlung aus den zwanziger Jahren mit Ein- und Zweifamilienhäusern; im Westen entstanden im Schönauer Viertel ab etwa 2003 Einfamilien-, Reihen- und Doppelhäuser. Im Siedlungshaus wurde das Bad in der Regel nachträglich eingebaut, im Erd- oder Dachgeschoss, über einer Holzbalkendecke und mit Leitungen auf Putz. Im Schönauer Viertel liegt es oben und misst meist sechs bis acht Quadratmeter; das Gäste-WC im Erdgeschoss planen wir am besten gleich mit.
Eine erhaltungsrechtliche Genehmigung brauchen Sie in Grünau für keinen dieser Fälle. Leipzig hat neun soziale Erhaltungsgebiete nach § 172 BauGB, von Lindenau bis Schönefeld, und keines davon liegt in Grünau, Stand Oktober 2026. Wo eine solche Satzung gilt, braucht schon der Badumbau ohne Bauantrag eine Genehmigung, und ein zweites Bad oder eine Fußbodenheizung wird einzeln geprüft. In Grünau bleibt die Entscheidung beim Eigentümer, und das ist in der Platte fast immer ein Wohnungsunternehmen.
Denkmalschutz spielt im Ortsteil eine kleine Rolle. Geschützt sind etwa die gotische Dorfkirche in Schönau, der Schönauer Park und die Dorfkirche in Lausen; für die Wohnblöcke ist uns kein Denkmalstatus bekannt. In Sachsen zählt jedes Kulturdenkmal einzeln, Ensembles werden nicht ausgewiesen. Entscheidend ist, ob genau Ihr Haus in der Denkmalliste steht. Trifft das zu, braucht nach dem Sächsischen Denkmalschutzgesetz jede Veränderung eine Genehmigung, unter Umständen auch im Inneren, Stand Oktober 2026. Dann klären wir das mit dem Amt für Bauordnung und Denkmalpflege, bevor wir planen.