Ein Bad ohne Fenster ist in Leipzig kein Sonderfall. Gut die Hälfte aller Wohnungen der Stadt liegt in Häusern, die bis 1949 gebaut wurden. In den Gründerzeithäusern darunter kam das Bad oft erst später dazu: in eine ehemalige Kammer, in ein Stück Flur oder an die Hofseite neben die Küche, wo schon Wasser lag. In den Plattenbauten aus DDR-Zeit, etwa in Grünau oder Paunsdorf, war die fensterlose Sanitärzelle von Anfang an so geplant.
Als Raum hat das innenliegende Bad Vorzüge: Es bleibt warm, ist ruhig, und niemand sieht hinein. Nur der Dampf nach dem Duschen braucht einen eigenen Ausgang. Seit die bodengleiche Dusche die Wanne ersetzt, ist das dringender geworden, denn das Wasser verteilt sich auf eine größere Fläche und verdunstet schneller. Den Ausgang schafft ein Lüfter mit 10 bis 20 Minuten Nachlauf, im vorhandenen Schacht meist für 250 bis 500 Euro. Der Festpreis folgt nach dem kostenlosen Ersttermin.
Bei jedem Duschen gelangt rund ein Liter Wasser als Dampf in die Raumluft. Hat die Luft 20 Grad und 60 Prozent relative Feuchte, liegt ihr Taupunkt bei etwa 12 Grad. Jede Fläche, die kälter ist, beschlägt: die Rückwand des Unterschranks, die Silikonfuge, die Ecke hinter der Tür. Es kommt also darauf an, wie schnell die Feuchte den Raum wieder verlässt, und genau dafür gibt es die Abluftanlage.

