In Möckern führt dieser Weg fast immer durchs Treppenhaus. Bevor der erste Eimer hinausgeht,
liegt Vlies auf den Stufen, die Ecken tragen Kantenschutz, und die Wohnungstür ist abgeklebt.
Unten landet der Schutt in Big Bags oder im Absetzcontainer.
Wie viel Aufwand der Transport macht, ist von Haus zu Haus verschieden.
Einen Aufzug gibt es weder im Fünfgeschosser hinter der Bahn noch im Dreispänner von 1896. In
den Siedlungsbauten der dreißiger Jahre sind die Stufen aus Terrazzo und gehören zum Denkmal;
dort liegt Hartfaserplatte auf Vlies, und die Wandfliesen im Eingang kleben wir ab. Im
Gründerzeithaus geht es durch die Tordurchfahrt zum Hof, und deren Höhe messen wir vorher, denn
nicht jeder Container passt hindurch.
Wo der Container stehen darf, entscheidet die Straße. In der Georg-Schumann-Straße liegen die
Gleise der Linien 10 und 11 in der Fahrbahn, dort hält nichts länger als zum Ausladen. Die
Halteverbotszone kommt deshalb in eine der engen Seitenstraßen, Faraday-, Laube- oder
Blücherstraße. Das Mobilitäts- und Tiefbauamt braucht den Antrag spätestens 14 behördliche
Arbeitstage vorher, rund drei Wochen; die Schilder stehen vier volle Tage vor dem Termin, die
Verwaltungsgebühr beginnt bei 32 Euro. Beides plant unser Zeitplan ein.
Bewohnerparken gibt es in Möckern nicht, auch nicht geplant, Stand April 2026. Es geht also
allein um die Zone für Container und Anlieferung. Hinter der Bahn, zwischen den Zeilen der
sechziger Jahre, liegen Stellplatzflächen, dort entfällt sie meist ganz.
Ein Container auf öffentlichem Straßenland gilt als Sondernutzung. Beantragen muss sie nach
Leipziger Satzung der Eigentümer oder Bauherr; das Formular füllen wir aus, Sie unterschreiben.
Pro Quadratmeter und Tag kostet das 8 bis 10 Cent, für zwei Wochen grob 9 bis 15 Euro zuzüglich
Bescheid. Fehlt der Platz, nehmen wir Big Bags. Anderthalb bis drei Tonnen Schutt kommen bei einem
Komplettbad zusammen; zum Wertstoffhof darf davon nichts, weil Betriebe dort nicht für Dritte
anliefern dürfen. Entsorgung und Nachweise deckt der Festpreis ab.
Auch im Haus wird manches abgestimmt. Bei einer Eigentümergemeinschaft erfährt die Verwaltung
von uns Bauzeit und Tag der Wassersperre, und ein Aushang mit Datum und Uhrzeit erspart Rückfragen
an der Tür. Den Strang stellen wir erst nach Ankündigung am Vortag ab, und nur kurz; Bohren und
Stemmen bleiben auf den Vormittag beschränkt. Welche Arbeiten die Gemeinschaft beschließen muss,
lesen Sie unter Bad in der Eigentumswohnung.
Einen zweiten Papierweg gibt es in Möckern nicht. Der Ortsteil liegt in keinem der neun
sozialen Erhaltungsgebiete, die die Stadt Leipzig seit Juli 2020 festgesetzt hat; über den Umbau
entscheidet allein der Eigentümer. Anders beim Denkmal: Die Wohnanlagen der dreißiger Jahre an
Yorck-, Kirschberg- und Radefelder Straße sind Einzeldenkmale. Das Bad selbst ist dort kein
Schutzgut, ein neues Abluftgitter in der Fassade oder ein Durchbruch durch eine Stuckdecke schon.
Solche Punkte fragen wir vor dem Angebot beim Amt für Bauordnung und Denkmalpflege an.